Das Ende ist nicht immer das Ende...



Nun ist das Praktikum zwar vorbei, aber das Boot ist in den zwei Wochen leider nicht fertig geworden. Aber ich denke ich habe die wichtigsten Schritte mitgemacht und bin vorerst ausreichend gerüstet.


Hier nun ein paar Fotos, mit dem Stand, wie weit das Boot am Ende war. Besonders schön fand ich den Moment, als der Rumpf mit Epoxy und Glasfaser beschichtet wurde. Gerade war das Material noch ein raues und stumpfes Holz und durch schleifen und beschichten fängt das ganze mit einem Mal richtig an zu leuchten.


Nach dem Verbinden der Rumpfhälften muss nun noch die Außenseite geschliffen und beschichtet werden, alle Applikationen (Süllrand, Sitze) angebaut werden und die Lackierung vorgenommen werden. Aber das ist leider alles nicht mehr meine Aufgabe. Ich versuche jetzt das Gelernte in meine Masterarbeit einzubringen - Und vielleicht sehe ich mal irgendwo auf einem Fluss oder See, dass von mir mit gebaute Kanu. Ein schöner Gedanke - macht schon ein bisschen stolz.

"Ich habe Feuer gemacht..."

...das und noch viel mehr. Zu meinen Pflichten als Praktikant gehört zwar schon das befeuern des Werkstattofens (heißbegehrter job, weil auch der wärmste job hier) und das Kaffeekochen, aber der Titel bezieht sich mehr auf das Filmzitat von Tom Hanks aus "Cast Away". Mit anderen Worten: "Es ist vollbracht!"

Der Bootsrumpf ist fertig gebaut. Ungezählt viele Leisten sind verbaut und zusammengeleimt. Jede Leiste stand beim Einbau anders kompliziert unter Spannung. Und dann waren vorhin die letzten drei Leisten für den Boden dran und was passiert? - Knack! Leistenbruch! Zum Glück nicht im medizinischen Sinne, sondern nur am Boot. Also alle drei Leisten wieder raus schnell eine neue zurechtsägen - einleimen - und wieder reinfriemeln, bevor der Leim angetrocknet ist. Jedesmal steht man unter Zeitdruck und es darf nicht viel schiefgehen. Ein echtes Spiel mit den Nerven. Zum beruhigen der Gleichen kann man danach meditativ seine Finger vom Leim befreien - gemütlich rumpuhlen.

Aber schön ist es geworden! Wenn ich jetzt noch Ambitionen auf gemütliche Sonntagstouren mit einem Indianerkanu hätte, dann würd ich das Boot haben wollen. Aber ich möchte lieber ein Kajak haben - bau ich mir mal später, denn ich weis ja jetzt wie es geht.

Morgen ist mal Ruhetag und dann wird fleißig geharzt und geglasfasert. Und geschliffen und die zwei Bootshälften müssen ja noch zusammengesetzt werden. Aber ganz fertig wird es wohl nächste woche nicht, meint die Cheffin. Egal, solange ich hinterher weis, wie man richtig mit Epoxy und Glasfaser umgeht. Ein Erfolg war es bis jetzt schon auf voller Linie, auch wenn ich mit der Bootsbauerfachsprache echt zu kämpfen hab.




















Nachtrag: Wer Lust hat kann ja mal die Anzahl der verbauten Leisten pro Hälfte zählen - und als Kommentar posten. Es hat so bisschen was von Jahresringen eines Baumes.

Boote, Boote, Boote, ... padlebåter

Seit mehreren Wochen dreht sich bei mir nun endlich mal wieder alles (fast) nur um Kajaks. Ob das Paddelbauen in den Semesterferien, das Faltboot für die zukünftigen gemeinsamen Urlaube oder die Masterarbeit - Alles hat momentan irgendwie mit dem Wassersport zu tun.
Und weil es sich gerade so schön anbot und gut zur Masterarbeit passt bin ich jetzt zum Praktikum auf Usedom und baue... richtig, Paddelboote.
Innerhalb der letzten zwei Tage hab ich nun erstmal die Bootsform für den Canadier der Prospektorklasse aufgebaut und heute auch schon mit dem Aufbau der Hülle angefangen. Leiste für Leiste wächst so der Bootsrumpf - sowas macht einfach spaß!!!
Wenn das so weitergeht bin ich sicher am Donnerstag mit dem Rumpf grob fertig und es kann an die Sitzanlagen und das Harzen und Lackieren gehen.
Wettertechnisch ist es bis jetzt eher nicht so die Wucht. Mein Zelt steht etwas windgeschützt zwischen der Werkstatthalle und dem Militär-Museums-Gelände von Peenemünde. Wenn ich einen Bilck über die Mauer werfe, dann stehen da diverse Kriegsgeräte und ein Wachhäuschen aus DDR-Zeiten. Um das ganze abzurunden ragt dahinter der Funktionsbau für die Fertigung der NS-Kriegmaschinerie gigantisch auf. Naja und nun muss ich scheinbar mal wieder eine Nacht in Schnee schlafen, denn das soll wohl gerade hier vom Himmel fallen. Aber zu Ostern hat es hier bestimmt 20°C - bestimmt ;)